RÖMISCHER ALLTAG und REISE DURCH DIE FANTASIEWELT DER ANTIKE
RÖMISCHER ALLTAG und REISE DURCH DIE FANTASIEWELT DER ANTIKE
Unter diesem Motto stand der zweite Projekttag unserer regulären fünften Klassen. Den Auftakt bildete ein besonderes Klassenzimmer-Erlebnis: Die Schülerinnen und Schüler wurden anders als sonst auf Latein begrüßt! Neugierig geworden erhielten die Kinder weitere exemplarische Einblicke in die lateinische Sprache und lernten anschließend verschiedene Facetten des römischen Alltags kennen, darunter Kleidung, Wohnen, Esskultur, Familienleben und Schule.
Nach dieser Einführung nahm Felix Röhr, Kulturateur, die Schülerinnen und Schüler mit auf eine spannende Reise durch die Antikensammlung und Gemäldegalerie des Martin-von-Wagner-Museums und eröffnete ihnen die faszinierende Welt antiker Kunst und Mythen. Bei der Erkundung der Antikensammlung lag das Hauptaugenmerk auf den Vasen und deren Motiven. Besonders viel Freude bereitete es den Kindern, mithilfe von modernen Suchbildern Szenen, wie beispielweise den Kampf des Theseus mit dem Minotaurus, auf den antiken griechischen Vasen selbst zu entdecken. Analog und digital lernten die Kinder die zwölf Aufgaben des Herakles kennen. Während eine Schülergruppe puzzeln und dabei die einzelnen Aufgaben den entsprechenden Abbildungen zuordnen durfte, arbeitete eine andere Schülergruppe mit dem Tablet: Zu jeder dargestellten Tat des Helden erhielten die Schülerinnen und Schüler drei Auswahlmöglichkeiten, um ihr Verständnis der jeweiligen Geschichte zu überprüfen (Wie meisterte Herakles diese Aufgabe?). Ein weiteres Motiv, das die Kinder auf einer der Vasen entdecken konnten, war das Urteil des Paris als Auslöser des Trojanischen Krieges. In einem nächsten Schritt wurden die Kinder sowohl räumlich als auch zeitlich weitergeführt – in die Gemäldegalerie des Museums und weg von der bloßen Vorgeschichte des Trojanischen Krieges: Das monumentale Gemälde „Der Rat der Griechen vor Troja“ von Johann Martin von Wagner zeigt eindrucksvoll die griechischen Heerführer im Moment der Planung und Entscheidung vor dem entscheidenden Kampf um die Stadt. Weitere Gemälde in der Galerie lenkten den Blick schließlich auf zentrale Motive der Mythologie – insbesondere die Verwandlungen des Zeus, etwa in der Szene mit Europa oder Kallisto. Den Kindern wurde bewusst, dass solche Mythen nicht nur der Unterhaltung dienten, sondern den Menschen damals auch die Entstehung bestimmter geographischer Namen und Naturphänomene erklärten: So wird Europa nach der Entführung durch Zeus benannt, und Kallisto erscheint später als Sternbild am Himmel.
Zurück in der Schule rekonstruierten die Schülerinnen und Schüler Szenen aus der Sicht ärmerer und reicherer Menschen der Antike, verglichen diese und erschlossen die Bedeutung für das Leben derselben. Mit einem scharfen Blick auf kleine Details der Darstellungen entstanden lebhafte Unterhaltungen und spannende Schlussfolgerungen, wie zum Beispiel: „Wie lebte es sich in einer Villa im Vergleich zu einer Wohnung in einer Insula unter dem Dach?“ Des Weiteren durften die Kinder das Essen der damaligen Zeit probieren und es machte nichts, dass es keine Pizza, Pasta oder Gelato gab. Alles, was damals regelmäßig beim Frühstück oder Mittagessen verzehrt wurde, wurde für lecker befunden. Datteln, Feigen, Weintrauben, Oliven, Nüsse, Käse usw. waren schnell aufgegessen. So gestärkt spielten die Kinder Schule nach, ritzten kleine Texte in Wachstäfelchen und bemühten sich, diese für den nächsten Einsatz wieder glatt zu bekommen. Alle fanden, dass der Tintenkiller, Radierstifte und Tipp-Ex hervorragende Erfindungen sind.
Es war ein spannender Tag, an dem die Welt der Römer greifbar gemacht und das Interesse für das Fach Latein sichtlich geweckt werden konnte!