Individueller Schüleraustausch mit Italien: Ein Erfahrungsbericht.

Ein Schüleraustausch ist spannend, lehrreich und bringt neue Freunde: Das durfte ich bei einem zweimonatigen Aufenthalt in Bella Italia erfahren- Ein Austausch ohne Organisation, der durch persönliche Kontakte möglich wurde. Er führte mich in die Kleinstadt San Dona di Piave, die nicht weit von den Badeorten Caorle und Jesolo entfernt ist.

Im Gegenzug verbrachte meine Austauschpartnerin Martina im Sommer fünf Wochen in Würzburg und besuchte in dieser Zeit auch das Röntgen-Gymnasium.

Zusammen mit meiner Familie zeigten wir ihr die deutsche Lebensweise und viele bekannte Orte wie die Festung oder das Käppele. Bayerische und fränkische Besonderheiten wie Kiliani oder Biergärten durften auch nicht fehlen.

Nach fünf Wochen mussten wir uns voneinander verabschieden und konnten es kaum erwarten, bis ich eineinhalb Monate später in Italien ankam. Nach einer zehnstündigen Zugfahrt wurde ich sehr herzlich von meiner Gastfamilie empfangen.

 Am nächsten Tag ging es gleich in die Schule. Ich besuchte ein Instituto Tecnico, eine weiterführende Schule, in der die Schüler viel Wirtschaft und Recht lernen. Gemeinsam mit Martina ging ich in die Klasse 4° (vergleichbar mit unserer 11.Klasse). Von meinen Mitschülern wurde ich sehr freundlich und offen aufgenommen. Als einzige Austauschschülerin an einer Schule, an der alle Deutsch als zweite Fremdsprache lernen, spürte ich das Interesse und die Motivation aller, die Gelegenheit der Konversation mit einer  Muttersprachlerin, zu nutzen. So begleitete ich während mancher Unterrichtsstunden meine Deutschlehrerin in andere Klassen. Ich war sehr überrascht, wie motiviert der Großteil der Schüler war, Deutsch zu lernen. Sie wollten alles über Deutschland wissen, und so endeten die Stunden oft in einem Vergleich der beiden Länder. Wo kauft man Getränke in Deutschland, wie feiert man Weihnachten…?  In diesen Stunden habe ich nicht nur den italienischen Schülern die deutsche Kultur näher gebracht, sondern auch viel über Italien erfahren.

Da dort auch samstags Schule ist, haben wir die Sonntage meistens zu Ausflügen mit meiner Gastfamilie genutzt. Wir waren in Triest, auf Murano, Burano und Torcello, in einer Grotte,… Meine Gastfamilie wollte mir alles zeigen und hat mich voll ins Familienleben integriert. Ich habe mit ihnen gekocht, Feste gefeiert und die gemeinsame Zeit genossen: Die Familie spielt in Italien eine wichtige Rolle.Nebenbei habe ich meine Sprachkenntnisse verbessert und Italien sowie die italienische Sprache sind mir noch mehr ans Herz gewachsen.

Insgesamt waren es zwei Monate, die ich niemals vergessen werde. Die Zeit dort hat alle meine Erwartungen übertroffen und mich persönlich sehr weitergebracht. Mit meiner Austauschschülerin ist eine tiefe Freundschaft entstanden, wir werden bestimmt noch lange in Kontakt bleiben. Danke an alle am Röntgen-Gymnasium, die diese Zeit ermöglicht und mich unterstützt haben.

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