Exkursion „Lernort Staatsregierung“

Was macht so ein Minister denn den ganzen Tag?

Die Exkursion startete sehr früh und das Wetter war nicht gerade einladend, aber: es hat sich gelohnt. Die Klasse 10Eb besuchte unter Leitung von Frau Clärding und begleitet vom Sozialkunde-Seminar das Justizministerium in der Landeshauptstadt. „Lernort Staatsregierung“ ist ein von vielen Bewerbern begehrtes Angebot der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung, das den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, sich vor Ort über die Aufgaben und Arbeitsweisen der bayerischen Staatsregierung, in diesem Fall des Justizministeriums, zu informieren.

Mit Brezeln und Brötchen versorgt gab es zunächst eine allgemeine Einführung in die Grundzüge der Justiz, also in die Unterscheidung von Zivil- und Strafrecht. Frau Beck von der Personalabteilung des Ministeriums zeigte anhand der Abteilungsstruktur, wie vielfältig die Arbeit im Ministerium ist und klärte über das allgemeine Missverständnis auf, der Justizminister könnte als unrecht empfundene Urteile nachbearbeiten. Aufgrund der Gewaltenteilung darf das Ministerium als Organ der Exekutive natürlich nicht in Fragen der Judikative eingreifen, sie nicht einmal kommentieren, auch wenn die allgemeine Arbeit der Gerichte natürlich beaufsichtigt wird.

Spannend wurde es im nächsten Vortrag, als Dr. Rottmeier von der Abteilung Strafrecht mit den Schülerinnen und Schülern die Verfolgung eines Verbrechens Schritt für Schritt nachvollzog und damit aufdeckte, in welcher Funktion die Polizei, der Staatsanwalt und schließlich der Richter einen Fall aufklären können. Besonders interessant waren die Hinweise, die den Schülern für die Zukunft helfen werden, ein gestohlenes Handy von der Polizei schneller auffinden zu lassen.

Um die Aufgaben des Ministers selbst ging es im Gespräch mit der stellvertretenden Pressesprecherin Frau Aures. Sie führte uns auch in das Büro des Ministers, in dem die Schüler gleich die Chance nutzten, auf dem Stuhl des Ministers Probe zu sitzen.

Am Nachmittag gab es die nächste Gelegenheit zum Probesitzen, diesmal im Kabinettssaal der Staatskanzlei. Nach einer Führung durch die angeblich schönste Halle Bayerns (der viele Mamor war wirklich imposant), vorbei am Büro von Ministerpräsident Markus Söder ging es in den Raum, in dem sich jeden Dienstag die bayerischen Kabinettsmitglieder, also alle bayerischen Minister, mit dem Ministerpräsident über die Regierungsarbeit austauschen und Leitlinien festlegen. Jeder Schüler durfte den Platz eines Ministers einnehmen. Das war das I-Tüpfelchen eines Tages, der einen unvergleichlich in die konkrete Arbeit der Regierenden in Bayern hinein führte, die man sich vorher nur sehr schlecht vorstellen konnte.

Zurück

© RGW